Mäuseturm Bingen

spuren_Architektur_gross_06_bingen_20414A.jpg
Foto: Holger Klaes | www.klaes-images

Der Mäuseturm Bingen wurde im 14. Jahrhundert als Wehr- und Wachturm auf der Mäuseturminsel im Rhein am Fuße der Burg Ehrenfels erbaut. Um den Namen des ca. 25 Meter hohen Turms ranken sich diverse Sagen um Erzbischof Hatto II., der sich vor einer riesigen Mäuseschar in den Turm geflüchtet haben soll. Als Zollwachturm erbaut, leitet sich der Name wohl eher vom mittelhochdeutschen müsen (spähen, lauern) ab.

Neben der Funktion, das Zoll-Sperrsystem der Burg Ehrenfels zu verstärken, diente er auch als Signalturm für den Schiffsverkehr im Binger Loch. Während des Dreißigjährigen Krieges und im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde der Turm zerstört. 1845 ließ die preußische Regierung den Turm notdürftig zur Nutzung als Wahrschau, die den Schiffverkehr am Binger Loch regelte, reparieren. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ ihn von 1855 bis 1856 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner und des Architekten Friedrich Albert Cremer unter seiner direkten Mitwirkung als preußische Grenzmarke im neugotischen Stil wiederaufbauen.

Der ab 1855 neu erbaute Turm besteht aus einem Erdgeschoss und drei Stockwerken, worüber sich eine Plattform befindet, die durch Zinnen gekrönt wird. Das in Bruchsteinen ausgeführte Mauerwerk wurde mit Putz überzogen. Die Tür- und Fenstereinfassungen, Gesimse, Balkonbrüstungen und Zinnenabdeckungen bestanden aus graugelben Sandstein aus Flonheim bei Alzey und konnten restauriert werden. Für Treppenstufen, Balkontragesteine und den Fuß des Treppenturms wurde Niedermendiger Basalt-Lavastein neu eingesetzt. Auf der Fassade wurde ein aus Udelfanger Sandstein vom Bilderhauer Stephan aus Köln gefertigter heraldischer Adler angebracht, was die Bestimmung des Turmes als Landesgrenze betonte. Die nördliche Seite enthielt die Haupteingangstür, die von Albert Cremer nach Motiven aus der Domkirche Xanten entworfen wurde.


Fotographie_um__1900gross_.jpg
Fotografie um 1900
Mehr Informationen finden Sie hier Weitere Spuren in der Architektur

AKTUELLES

Keine aktuellen Veranstaltungen!
DIE PREUSSEN
IN DEN MEDIEN
mehr...
BÜCHER.
BILDER.
KOMMENTARE.
mehr...

SCHIRMHERRSCHAFT

Das Preußenjahr steht unter der Schirm-
herrschaft der Ministerpräsidentinnen der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland- Pfalz, Frau Hannelore Kraft und Frau Malu Dreyer.

FÖRDERER

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

WEITERE FÖRDERER

Landschaftsverband Rheinland NRW-Stiftung

MEDIENPARTNER

WDR5 SWR