Das Siebengebirge

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Siebengebirge

Je nachdem woher man kommt oder wohin man schaut, hat das Siebengebirge mal 11 oder 16, einmal sogar über 30 Gipfel, auf jeden Fall mehr als sieben. Der Name „Siebengebirge“ hat nichts mit der Zahl zu tun, sondern wird auf den Begriff „Siefen“ für ein feuchtes Tal zurückgeführt, und davon gibt es hier mehr als genug.

„Entdeckt“ wurde das Siebengebirge Anfang des 19. Jahrhunderts von englischen Künstlern und Schriftstellern, die den Rhein bereisten, begeistert von der wilden, urwüchsigen Landschaft, fasziniert von der Ruine der alten Burg auf dem Gipfel des Drachenfels, der damals nicht bewaldet war, sondern steil und schroff zum Wasser hin abfiel. Den Engländern folgten die Bonner Studenten und Professoren, für die das Siebengebirge und der gegenüberliegende Rolandsbogen das Tor zum romantischen Rhein bildeten, und dann die Reichen und Adeligen mit ihren Villen am Strom. Am Ende kamen massenhaft die Touristen, die bis heute zu Fuß, per Zahnradbahn oder Esel, immer öfter auch per E-Bike, den Gipfel erklimmen.

Der Drachenfels ist mit über einer halben Million Besuchern jährlich der meistbestiegene Fels Europas, aber mit dem Naturensemble des Siebengebirges auch eine geschützte Landschaft von überörtlicher Bedeutung. Schon die Römer haben den Trachyt an den Hängen des Berges für ihre Bauten und Denkmäler abgebaut, im Mittelalter waren es die Kölner, die hier den Stein für den Dombau gewannen.

Die Preußen legten die Brüche - gegen den Protest des Kölner Domkapitels - still und deklarierten 1836 die Landschaft zum ersten europäischen Naturschutzgebiet. Neben aller Schönheit von Natur und Landschaft, die durch Wanderwege, Schutzgebiete, Hütten und Kneipen erschlossen und mit Lehrpfaden und Ausstellungen angereichert sind, war das Siebengebirge auch immer Gegenstand mythischer Sehnsüchte. Schon früh wurde der deutsche Held Siegfried, um dessen Herkunftsort diverse Städte wie Speyer, Worms, Xanten, auch Bonn und sogar Erftstadt streiten, hier am Drachenfels beheimatet.

Man kann noch das dunkle Loch der Drachenhöhle im hohen Fels oberhalb der Weinberge von Rhöndorf besichtigen, in der der Drache gehaust hat. Von dort oben fiel er die vorbeifahrenden Schiffer an, bis Siegfried ihn aufspürte und listig zur Strecke brachte. Er stopfte dem Feuer speienden Untier trockenes Reisig ins Maul, so dass es an den eigenen Flammen jämmerlich verbrannte. Dann plünderte der Held die mit Gold und Schätzen gefüllte Drachenhöhle, Schätze, die laut Nibelungenlied kurze Zeit darauf für immer im Rhein versenkt wurden.
Martin Stankowski


Mehr Informationen finden Sie hier Weitere Spuren in der Landschaft

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