Müngstener Brücke

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Kaiser-Wilhelm-Brücke, Ansichtskarte von 1912

"Dem Gemeinwohl zur Förderung, dem Verkehr zur Erleichterung, der Technik zur Anerkennung!" Beim Richtfest der "Kaiser-Wilhelm-Brücke" über das Tal der Wupper bei Müngsten am 22. März 1897 sprach dies der Geheimrat Brewitt von der damaligen königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld. Nur wenige Monate später, am 15. Juli 1897, wurde die Riesenbrücke eingeweiht.

Der Errichtung des "Thal-Übergangs", der das schon bestehende Eisenbahnnetz mit der Verbindung Solingen-Remscheid vervollständigte, waren jahrelange Verhandlungen der Eisenbahnlobby mit den preußischen Regierungsstellen vorangegangen. Ende der 1880er Jahre hatte der Elberfelder Kreisbaurat Bormann ein Projekt ausgearbeitet, das dann nach weiteren Erhebungen und Ortsbesichtigungen mit der Bewilligung einer Bausumme von 4.978.000 Goldmark genehmigt wurde.

Die Städte Solingen und Remscheid trugen die Grunderwerbskosten. Bormanns ursprünglicher Plan sah eine Überbrückung des Tals in unmittelbarer Nähe der Landstraße zwischen Solingen und Remscheid vor, und zwar in einer Höhe von 120 Metern über dem Wupperspiegel. Dann ermittelte man weiter südlich eine günstigere Stelle mit 107 Metern Höhe und mit einer Gesamtlänge von 480 Metern. Das zuständige Ministerium verlangte drei verschiedene Entwürfe: als Gerüst-, Ausleger- und Bogenbrücke. Dazu wurden drei Firmen zu einem Wettbewerb eingeladen. Dabei ging die Firma MAN mit ihrem Entwurf der Bogenbrücke als Siegerin hervor.

Die Bahntrasse wurde abgesteckt in der zweiten Hälfte des Jahres 1891. Im Juli 1893 wurde ein 7.500 Quadratmeter großer Werkplatz bei Schaberg eingerichtet, ferner eine Transportbahn mit einer Hilfsbrücke in 31 Meter Höhe gebaut. Mit Erdbewegungen und der Fundamentierung begann der eigentliche Brückenbau am 26. Februar 1894. 23.776 Kubikmeter Erde mußten bewegt werden. Für Sprengarbeiten benötigten die Brückenbauer 1.500 Kilogramm Pulver und 1.400 Kilo Dynamit. Die Mauerarbeiten umfaßten 10.872 Kubikmeter. Schon vor der Vollendung dieser Arbeiten, am 23. Juni 1895, begannen die Montagearbeiten an den Gerüstpfeilern.

Von Juli 1896 bis März 1897 wurde der riesige Bogen montiert. Nach den erfolgreichen Belastungsproben vom 3. bis 6. Juli 1897 - dazu fuhren zwei Züge zu je 18 mit Kies beladenen Wagen und jeweils drei Lokomotiven auf die Brücke - stand der offiziellen Einweihung am 15. Juli nichts mehr im Wege.

Erst zwei Jahre später, im August 1899, hatte der Namensgeber der "Kaiser-Wilhelm-Brücke" das technische Wunderwerk im Blickfeld. Aber auch da gab es im Vorfeld ein tüchtiges Hin und Her und zunächst eine Absage, so daß der Remscheider General-Anzeiger auf vorausgegangene Anzeigen zum Kaiserbesuch schon einen Rabatt von 50 Prozent gewähren wollte. Dann die Nachricht: Der Kaiser kommt doch!


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Die Gesamtlänge der Stahlkonstruktion beträgt 465 m. Es wurden insgesamt 5.000 t Stahlprofile verbaut und 950.000 Nieten geschlagen.
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